Marianne Forster  (1943 - 2014)

Marianne Forster, 2012, Videostill, © SAPA, Schweizer Archiv der Darstellenden Künste

Marianne Forster, stammend aus einer Musikerfamilie, musste sich den Weg zum Tanzen über eine Primar- und Turnlehrerausbildung suchen, denn Tanzen war für die Familie etwas „Unsittliches“, so ihre eigenen Worte. Neben Ihrer Lehrtätigkeit nahm sie regelmässig an Fortbildungen und Intensivkursen in der Schweiz (Sigurd Leeder Herisau), Deutschland (Maja Lex Sporthochschule Köln) und England (London School of Contemporary Dance) teil. Ab 1977 war sie häufig in New York, am Nikolais-Louis Dance Lab und an der Columbia University. Die Kontakte zur zeitgenössischen amerikanischen Tanzszene pflegte sie stets weiter.  Sie tanzte mit der Berner Gruppe Akar von Annemarie Parekh und in der May O’Donnell Repertory Group in New York.

 

Sie erwarb schon 1976 das Diplom des Schweizerischen Berufsverbands für Tanz und Gymnastik (SBTG) und begann zu Beginn der achtziger Jahre mit dem Aufbau von "The Dance Experience" in Basel, seit 1986 im eigenen Studio. Hier unterrichtete sie und organisierte Workshops, Vorstellungen, Tourneen und Festivals.

 

Marianne kreierte Choreografien für die Universität, für Schulen, Filmprojekte, Gymnaestrada, freischaffende TänzerInnen und für ihre 1991 gegründete Studiogruppe. Marianne Forster war freie Tanzkritikerin für die "Basler Zeitung", schrieb zahlreiche Beiträge für Publikationen, hielt Vorträge an Kursen und Kongressen über Tanzausbildung und -geschichte. Sie war Redaktorin der Zeitschrift "Tanz & Gymnastik" und "Der Tanz der Dinge" und  Vorstandsmitglied des SBTG.

 

Alle Aktivitäten verfolgte Marianne mit einer ausserordentlichen Passion. Sie war Expertin in der Tanzgeschichte, hatte viele Freunde in der internationalen Tanzszene. Sie trainierte und unterrichtete mit grosser Energie und Präzision, sowie mit hohen qualitativem Anspruch. Ihr kompromissloser Eigensinn war in der Szene bekannt und geschätzt.